Am heutigen Freitag, um 10.00h, beginnt der offizielle Vorverkauf für das diesjährige Morgenland Festival Osnabrück. Vom 29. Mai bis zum 6. Juni präsentiert das Festival an vielfältigen Orten der Stadt – von der Lagerhalle und der Kunsthalle über die Kirchen St. Marien und die Bergkirche bis hin zur Kleinen Freiheit und erstmals der Botschaft – künstlerische Positionen, die tief verwurzelte Traditionen in eine moderne, experimentelle Klangsprache übersetzen. Das Programm lädt dazu ein, die Zwischenräume der Musikwelt zu entdecken, und spannt den Bogen von avantgardistischem Punk über zeitgenössische Kammer- und Jazzmusik bis hin zu elektronischen Clubformaten.
Klangliche Vielfalt und globale Traditionen
Das diesjährige Programm präsentiert ein breites Spektrum intensiver Hörerfahrungen an der Schnittstelle verschiedener Kulturen. So verbindet das Trio Avalanche Kaito beispielsweise die westafrikanische Griot-Tradition mit einer eigenständigen Klangsprache aus Post-Punk und hypnotischen Rhythmen. Einen ebenso unkonventionellen Ansatz verfolgt das Kollektiv El Khat: Unter der Leitung von Eyal El Wahab nutzt die Formation selbstgebaute Instrumente und Alltagsgegenstände, um die Musik des jemenitischen „Goldenen Zeitalters“ in einen modernen, hochenergetischen Kontext zu übersetzen.
Fokus Diaspora: Das Ensemble Musikfabrik
Ein besonderes Highlight ist das Gastspiel des renommierten Ensemble Musikfabrik. Das in Köln ansässige Solistinnenensemble hat eigens für das Festival ein Programm kuratiert, das die ästhetische Kraft diasporischer Komponistinnen in den Mittelpunkt stellt. Werke von Farzia Fallah, Malika Kishino, Violeta Dinescu, Shayan Gorzin und Mazyar Kashian machen Migrationserfahrungen und die Suche nach neuen klanglichen Identitäten unmittelbar hörbar.
Zwischen Jazz und Avantgarde: Klangliche Grenzgänge
Das Festival präsentiert eine Auswahl profilierter Solistinnen und Solisten der internationalen Szene, deren Arbeit das Spannungsfeld zwischen Tradition und Experiment auslotet. So vereint die griechische Pianistin Tania Giannouli lyrische Zartheit mit kompositorischer Wucht, während die türkische Sängerin Sanem Kalfa eine unverwechselbare Vokalkunst an der Schnittstelle von Jazz und freier Improvisation erschafft.
Die Brücke zur persischen Klassik schlägt Misagh Joolaee, der die technische Meisterschaft der Kamantsche in zeitgenössische Kompositionen überführt. Einen tief empfundenen interkulturellen Dialog jenseits aller Genre-Grenzen zelebriert das Duo YOQAL mit Kamilya Jubran(Oud/Gesang) und Sarah Murcia (Kontrabass). Den Bogen zur elektronischen Moderne schließt schließlich das Projekt „Rituals of the Last Dawn“: Saba Alizadeh und Pietro Caramelli verweben Elektroakustik und Ambient zu einem eindringlichen, immersiven Klangritual.
Klangsynthese: Die Aftershow mit AMMAR 808
Den Abschluss bildet eine Aftershow-Party mit dem tunesischen Produzenten AMMAR 808. Sein Projekt verbindet nordafrikanische Folk-Instrumente mit der Ästhetik der analogen Drum-Machine Roland TR-808 und überführt regionale Traditionen in einen zeitgenössischen Club-Kontext.
Informationen zum Vorverkauf
- Termin: VVK-Start am 06.03. (Links verfügbar ab 10.00h)
- Tickets & Programm: https://morgenland-festival.com/programm/
Über das Morgenland Festival Osnabrück
Das Morgenland Festival Osnabrück versteht sich als Laboratorium für die Musik von morgen. Seit seiner Gründung richtet es den Blick auf eine globale Klangwelt im Wandel. Jenseits starrer Vorurteile schafft das Festival einen Raum der Resonanz, in dem sich Menschen begegnen, um im Dialog eine neue, gemeinsame Sprache zu entwickeln.
