Roskilde Festival – eine Ära geht zu Ende – jedenfalls unsere

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(FOO-intern) – Ein Nachruf auf Roskilde! Nun ist es auch für uns soweit. Nach über dreißig Jahren kaum unterbrochener Berichterstattung vom dänischen Roskilde-Festival erreichte uns heute die Nachricht, nicht akkreditiert zu werden. Damit werden wir auch anderen deutschen Angeboten folgen und NICHT mehr vor und nach dem Roskilde-Festival berichten. Scheinbar steigt den heutigen Verantwortlichen das Gastspiel der Rolling Stones nun zu Kopf.

Seit Mitte der Achtziger Jahre waren wir fast jedes Jahr in Roskilde und haben von diesem für uns bis heute einmaligen Festival in Europa vorberichtet und danach in Zeiten der Digitalkameras auch viele Fotos, sogar Videos und natürlich viele Berichte mitgebracht und geschrieben. Das waren noch die Zeiten, in denen Leif Skov, der frühere Leiter des Festivals persönlich in Nordfriesland auftauchte, bepackt mit den beliebten Roskilde Sreichholzschachteln, Flyern und Plakaten. Die wir dann Jahr für Jahr in Nordfriesland und auch Flensburg in Kneipen, Läden und Diskotheken fleißig verteilt haben.

Foto: Susanne Schmich / pixelio.de / Mario De Mattia

In den letzten Jahren zeichnete sich allerdings ein verändertes Marketing der Festival-Leitung ab, Schwerpunkt der Werbung war immer mehr der skandinavische Bereich, also Dänemark, Schweden, Norwegen und wohl auch Finnland. Kamen vor zwanzig Jahren noch bis zu 15.000 Besucher aus Deutschland, sollen es heute noch maximal 2.000 Besucher sein. Was kein Wunder ist. In Deutschland kam ein neues Festival nach dem anderen zum Vorschein, allein die Fahrtkosten, Fähre, später Brückengebühr hauen ganz schön in die Geldbörse. Obwohl wir selbst heute noch rund 240 Euro für ein, wer will bis zu 8tägiges (inkl. warm up) Festival und alleine 160 Bands und Künstler nicht zu teuer finden. Hinzu kommt ja das Roskilde eigene sehr umfangreiche kulturelle und künstlerische Beiprogramm. Das ist europaweit einmalig.

Mehrere deutsche Angebote und Fanseiten haben sich aber schon in den letzten Jahren von der Promotion für Roskilde verabschiedet. Auch, weil seit einigen Jahren selbst die akkreditierte Presse zusätzlich etwa ein Drittel Eintritt bezahlen muß. Und ein Presseparkplatz für das Wohnmobil kostet ebenfalls 200 Euro. All das haben wir akzeptiert, um dabei zu sein. Nun aber die Ablehnung und der freundliche Hinweis, wir könnten ja auf eigene Faust und Kosten kommen. Wir kommen immer schon immer auf eigene Kosten, davon ab….
Inkl. Verzehr und all den Kosten haben wir auch immer um die 800 Euro pro Person ausgegeben, um über Roskilde zu berichten.

Die freundliche Einladung nun aber nützt uns gar nichts mehr. Ohne Akkreditierung darf man keine professionellen Fotoausrüstungen mit auf den Platz nehmen, Video schon gar nicht. Sollen wir etwa mit dem Handy unsere Fotos machen?

Somit heißt es also, für uns ist die Ära Roskilde Festival hiermit beendet oder auch: “Das war´s!”

CIS

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